Montagsspinner wollen am Antikriegstag durch Koblenz demonstrieren

Am 1. September 2014, dem traditionellen Antikriegstag, wollen in
Koblenz die verschwörungstheoretisch ausgerichteten
MontagsdemonstrantInnen demonstrieren.
Als prominenter Redner ist Jürgen Elsässer angekündigt. Dieser trat in
den letzten Wochen bereits in mehreren Städten auf, teilweise unter
lautstarkem Protest.

Die Demonstration durch Koblenz ist für 17 Uhr angekündigt, für 18 Uhr
eine Kundgebung und für 19 Uhr eine Schifffahrt auf dem Rhein.

Wer ist Jürgen Elsässer?
Als Journalist schrieb Elsässer zunächst in linken Medien, ungefähr seit
Anfang dieses Jahrtausends aber stattdessen in rechten und
verschwörungstheoretischen Publikationen. 2009 gründete er eine
„Volksinitiative gegen das Finanzkapital“, die den Brückenschlag von
rechts bis links versucht, also den Aufbau einer so genannten Querfront.
Mit der Zeitung Compact gibt Elsässer eine Montagszeitschrift heraus, in
der auch rechte und antisemitische Artikel zu finden sind.
Elsässer ist bekennender Fan des ehemaligen iranischen Präsidenten Ahmadinedschad.
Dass der Antisemit Ahmadinedschad den Holocaust leugnet, störte Elsässer
nicht, im Gegenteil, er begrüßte öffentlich dessen Wiederwahl und reiste
nach Teheran um ihn dort zu treffen.
Elsässer ist auch Fan von Sarrazin und dessen rassistischen Buchs
„Deutschland schafft sich ab“.

Die Montagsdemos
In den letzten Monaten finden nicht nur in Koblenz, sondern
deutschlandweit so genannte neue Montagsdemonstrationen statt. Bei
diesen geht es auf den ersten Blick um Frieden. Befürchtet wird ein
Krieg zwischen der NATO und Russland wegen der Ukraine. Dabei wird –
mehr oder weniger deutlich – behauptet, Deutschland könne über dieses
Thema nicht frei entscheiden, sondern stehe unter dem Einfluss der USA
oder nicht näher ausgeführter Kreise. Mitunter wird dabei von der
„Finanzwelt“, insbesondere der amerikanischen Federal Reserve Bank
geraunt – das zielt auf ein verschwörungstheoretisch vorgebildetes
Publikum ab, das zu „Finanzkapital“ und „amerikanisch“ ganz automatisch
„jüdisch“ hinzufügt. Schon ist das alte Märchen von der „jüdischen
Weltverschwörung“ wieder da. Dass auf einer der letzten Koblenzer
Montagsdemos die „Protokolle der Weisen von Zion“, eine alte
antisemitische Fälschung, zum Lesen empfohlen wurden, passt da ins Bild.

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