Das war der „Trauermarsch“ 2011 in Remagen

Am Samstag, 19. November, veranstalteten Neonazis in Remagen ihren jährlichen „Trauermarsch“, der dort seit 2009 stattfindet.
Anlass für die Neonazis jährlich nach Remagen zu kommen sind die sogenannten Rheinwiesenlager. Dies waren Kriegsgefangenenlager der Alliierten, die 1945 entlang des Rheins eingerichtet wurden. Die Neonazis lügen die Täter zu Opfern um und behaupten, in den Rheinwiesenlagern habe es einen gezielten Massenmord an Deutschen durch die Alliierten gegeben.

Etwa 240 Neonazis kamen am Samstag nach Remagen. Anmelder war Christian Malcoci aus NRW, Versammlungsleiter Christian Häger aus Bad Neuenahr vom „Aktionsbüro Mittelrhein“. Neonazis waren unter anderem angereist aus:
Rheinland-Pfalz: Koblenz, Ludwigshafen, Trier, Wittlich, Zweibrücken, der Vorderpfalz, dem Westerwald sowie der Rhein-Neckar-Region.
NRW: Aachen, Bonn, Dortmund, Essen, Hamm, Köln, Leverkusen, Oberberg, Wuppertal sowie der Eifel. Desweiteren waren noch kleinere Gruppen von Neonazis aus Norddeutschland, Ostdeutschland und den Niederlanden anwesend. Bei Axel Reitz, dem „Hitler von Köln“, fand die Polizei Pfefferspray, er konnte aber dennoch an der Veranstaltung teilnehmen. Die Neonazis filmten mit mehreren Kameras alle ab, die nicht in ihr Weltbild passen. Ein Reporter der lokalen „Rhein-Zeitung“ benennt dies klar als „subtile Bedrohung“, der Artikel ist nicht namentlich gekennzeichnet.

Bei der Ankunft am Bahnhof Remagen trafen einige Neonazis aus NRW auf Fussballfans aus Mainz, die gerade auf dem Weg zum Spiel in Köln waren. Die Fussballfans zeigten den Neonazis deutlich, was sie von ihnen hielten, daraufhin drängte die Polizei die Fussballfans ab und nahm einen kurzzeitig fest.

Ansonsten passierte in Remagen recht wenig. Die Polizei sperrte die Route ab, an den Absperrungen gab es teilweise Protest. Anders als letztes Jahr konnt sich in der Stadt relativ ungestört bewegt werden. Von bürgerlicher Seite gab es in der Innenstadt einen Gottesdienst, Infostände am Marktplatz und eine Kundgebung am Friedensmuseum mit etwa 100 Menschen. Nach dem Gottesdienst wurde die „Schwarze Madonna“ verhüllt, so dass die Neonazis diese nicht sehen konnten.

Die Presse berichtete dieses Jahr sehr ausführlich und ging auch auf die Hintergründe ein.
Jungle World im Vorfeld über die Hintergründe
http://jungle-world.com/artikel/2011/46/44346.html
Rhein-Zeitung im Vorfeld über die Hintergründe
www.rhein-zeitung.de/Demo-in-Remagen-Die-Drahtzieher
Rhein-Zeitung über den Tag:
www.rhein-zeitung.de/Neonazis-drohen-auf-subtile-Weise-Als-Reporter-unter-Radikalen
Fotos von den Neonazis gibt es hier: http://imgur.com/a/heETk#53

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